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Super-Zett-III-Diaprojektor: Licht durchdringt das Positiv und erzeugt das projizierte Bild.
Super-Zett-III-Diaprojektor: Licht durchdringt das Positiv und erzeugt das projizierte Bild.Berthold Werner / CC BY-SA 4.0

Verstehen

Warum dieselbe Farbe unter anderem Licht anders aussieht

Eine Jacke wirkt im Laden grün und draußen bräunlich. Ein Gesicht lässt sich unter bestimmten Lampen schwer korrigieren. Zwei passende Abzüge stimmen am Fenster nicht mehr überein. Nicht immer sind Film oder Software schuld: Farbe entsteht aus Licht, Material und Beobachter gemeinsam. Dieses Zusammenspiel zu verstehen hilft, die Beleuchtung vor dem Regler zu wählen.

Zum Merken

Weißabgleich kann einen Farbstich korrigieren, beschreibt aber nicht das gesamte Lichtspektrum und stellt nicht aufgezeichnete Information nicht wieder her. Zwei Materialien können unter einer Lichtquelle übereinstimmen und unter einer anderen auseinanderfallen: Beleuchtungsmetamerie. Eine Kelvinangabe sagt nicht jede Objektfarbe voraus.

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Licht liefert, was ein Material reflektieren kann

Bei einem undurchsichtigen, nicht fluoreszierenden Objekt hängt das zurückkehrende Licht bei fester Beleuchtungs- und Beobachtungsgeometrie vom Lichtspektrum und der spektralen Reflexion des Materials ab. Nicht alle Wellenlängen werden gleich reflektiert. Beobachter oder fotografisches System reagieren anschließend mit ihren eigenen Empfindlichkeiten. Das Wort rot fasst diese ganze Kette zusammen.

Ein Stoff kann manche Spektralbereiche stark und andere schwach zurückwerfen. Liefert die Quelle in einem wichtigen Bereich kaum Energie, kann der Stoff dort nicht viel fehlendes Licht reflektieren. Dafür ist keine erfundene Messkurve nötig: Schon der Lampenwechsel kann das Bild verändern, bevor eine Bearbeitung beginnt.

Licht liefert, was ein Material reflektieren kann — Prinzipschema ohne Maßstab oder Messung; Bildschirmfarben sind keine Spektralvorhersagen für reale Materialien.
1. Beleuchtungsspektrum · 2. Materialreflexion · 3. Produkt im vereinfachten Modell vor der BeobachterantwortLicht liefert, was ein Material reflektieren kann — Prinzipschema ohne Maßstab oder Messung; Bildschirmfarben sind keine Spektralvorhersagen für reale Materialien.Diagramm vergrößern

Das Modell hat Grenzen: Oberflächenreflexe, Richtung, Textur und Fluoreszenz können zusätzlich wirken. Ein Objektfoto ist keine Laboranalyse seines Pigments. Wie das Licht im Aufnahmematerial aufgezeichnet wird, erklärt der Beitrag über fotografischen Film.

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Metamerie: eine Übereinstimmung, die verschwinden kann

Verschiedene Spektralverteilungen können in einem festgelegten Farbsystem gleiche Farbmaßzahlen erzeugen. Diese Eigenschaft heißt Metamerie. Zwei Oberflächen können trotz verschiedener Reflexionsspektren unter einem bestimmten Licht und für einen bestimmten Beobachter übereinstimmen. Der Farbwechsel eines einzelnen Gegenstands allein beweist deshalb noch kein metameres Paar.

Zwei zunächst passende Stoffproben können unter anderer Beleuchtung unterschiedlich wirken: eine grüner, die andere röter. Das muss nicht bei jedem Paar und jedem Lichtwechsel geschehen. Eine Übereinstimmung unter einer Bedingung ist jedoch keine Zusage für alle anderen Bedingungen; Licht und Beobachter gehören ausdrücklich zum Vergleich.

Metamerie: eine Übereinstimmung, die verschwinden kann — Prinzipschema ohne Maßstab oder Messung; Bildschirmfarben sind keine Spektralvorhersagen für reale Materialien.
1. Licht A · 2. Zwei Materialien stimmen überein · 3. Licht B · 4. Mögliche Abweichung; schematisches BeispielMetamerie: eine Übereinstimmung, die verschwinden kann — Prinzipschema ohne Maßstab oder Messung; Bildschirmfarben sind keine Spektralvorhersagen für reale Materialien.Diagramm vergrößern

Notieren Sie beim Vergleich von Kleidung, Reproduktionen oder Abzügen die Lichtquelle und betrachten Sie die Proben gemeinsam. Die Grafik zeigt eine Möglichkeit, keine gemessenen Materialien. Ein Bildschirm bildet deren physikalische Spektren nicht vollständig nach und kann ihre Übereinstimmung unter jeder beliebigen Lampe nicht vorhersagen.

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Kelvin beschreibt nicht das vollständige Lampenrezept

Die ähnlichste Farbtemperatur, CCT, ordnet eine Quellenchromatizität einer nahegelegenen Planckschen Strahlerchromatizität zu und wird in Kelvin angegeben. Der Begriff ist nicht unbegrenzt anwendbar: Bei zu großem Abstand vom Planckschen Kurvenzug ist Vorsicht nötig. Ein kräftig grünes Leuchtschild lässt sich durch warm oder kalt allein nicht sinnvoll beschreiben.

Auch zwei weiße Quellen mit gleicher CCT müssen nicht dasselbe Spektrum besitzen. Verschiedene LED-Mischungen können eine ähnliche Weißchromatizität anstreben und Energie unterschiedlich über die Wellenlängen verteilen. Angestrahlte Materialien müssen deshalb nicht gleich aussehen. Weißfarbe der Quelle und Farbwiedergabe der Objekte sind verbundene, aber unterschiedliche Fragen.

Kelvin beschreibt nicht das vollständige Lampenrezept — Prinzipschema ohne Maßstab oder Messung; Bildschirmfarben sind keine Spektralvorhersagen für reale Materialien.
1. Beispielspektrum A · 2. Beispielspektrum B; ähnliches Weiß oder CCT legt nicht das ganze Spektrum festKelvin beschreibt nicht das vollständige Lampenrezept — Prinzipschema ohne Maßstab oder Messung; Bildschirmfarben sind keine Spektralvorhersagen für reale Materialien.Diagramm vergrößern

Farbwiedergabekennzahlen liefern weitere Hinweise innerhalb ihrer Methoden und Grenzen. Ein einzelner Wert beschreibt nicht jede Haut, jedes Pigment oder Textil. Für eine wichtige Aufnahme sagt ein Versuch mit den wirklichen Motiven und Lampen mehr aus als die Auswahl allein nach der Kelvinangabe.

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Weißabgleich löst nicht jede Ursache

Weißabgleich sucht eine neutrale Wiedergabe passend zur Beleuchtung oder Absicht. Bei physischem Film gehören Tageslicht- oder Kunstlichtabstimmung und Konversionsfilter zu dieser Wahl. Kodak empfiehlt beispielsweise einen Filter 85 für VISION3 500T bei Tageslicht. Diese Empfehlung betrifft diesen Film und darf nicht pauschal auf alle Materialien übertragen werden.

Ein Filter vor dem Objektiv verändert die übertragenen Lichtanteile und vermindert üblicherweise das verfügbare Licht. Er erzeugt keine fehlenden Wellenlängen. Eine Korrektur nach dem Scannen arbeitet dagegen mit aufgezeichneten Daten. Wurden zwei Materialien darin ununterscheidbar, stellt eine globale Korrektur ihre ursprüngliche physikalische Differenz nicht garantiert wieder her.

Weißabgleich löst nicht jede Ursache — Prinzipschema ohne Maßstab oder Messung; Bildschirmfarben sind keine Spektralvorhersagen für reale Materialien.
1. Licht mit fehlendem Bereich · 2. Transmission eines passiven Filters · 3. Der fehlende Bereich bleibt nach dem Filter ausWeißabgleich löst nicht jede Ursache — Prinzipschema ohne Maßstab oder Messung; Bildschirmfarben sind keine Spektralvorhersagen für reale Materialien.Diagramm vergrößern

Eine neutrale Referenz garantiert daher noch keine perfekte Wiedergabe aller Gegenstände. Technische Korrektur, Farbcharakterisierung und kreative Interpretation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ein Gesicht verlangt eventuell andere Entscheidungen als ein neutraler Hintergrund. Auch unser Farbsehen erklärt, warum der Kontext den Eindruck von Neutralität beeinflusst.

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Mischlicht kann einen einzigen neutralen Wert ausschließen

Fenster und Zimmerlampe beleuchten eventuell verschiedene Teile eines Gesichts. Ihre Beiträge ändern sich mit Position, Schatten und Umgebung. Bei verschiedenen Spektren darf man nicht voraussetzen, dass ein globaler Weißabgleich alle Bereiche wie unter einer einheitlichen Quelle erscheinen lässt. Die Schwierigkeit beginnt bereits bei der Aufnahme.

Oft helfen ein anderer Standort, eine dominante Quelle oder weniger störendes Licht stärker als viele spätere Korrekturen. Farbige Wände und nahe Kleidung können getöntes Licht auf Haut zurückwerfen. Zur Mischung gehören also mehr als die im Bild sichtbaren Lampen; auch Dinge außerhalb des Ausschnitts können beitragen.

Mischlicht kann einen einzigen neutralen Wert ausschließen — Prinzipschema ohne Maßstab oder Messung; Bildschirmfarben sind keine Spektralvorhersagen für reale Materialien.
1. Warme Quelle · 2. Kühlere Quelle · 3. Motivbereiche erhalten unterschiedliche MischungenMischlicht kann einen einzigen neutralen Wert ausschließen — Prinzipschema ohne Maßstab oder Messung; Bildschirmfarben sind keine Spektralvorhersagen für reale Materialien.Diagramm vergrößern

LED-Licht ist nicht grundsätzlich schlecht und eine alte Lampe nicht automatisch farbtreu. Prüfen Sie die tatsächliche Quelle bei der genutzten Leistung und Einstellung. Manche Lampen ändern beim Dimmen ihr Verhalten. Für eine farbige Stimmung und eine Gemäldereproduktion gelten zudem unterschiedliche Ziele und Kontrollanforderungen.

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Erst vergleichen, dann korrigieren

Platzieren Sie eine für Fotografie geeignete Neutralreferenz im Licht des Motivs und vermeiden Sie das Abschneiden wichtiger Kanäle. Beliebiges weißes Papier ist spektral nicht zwingend neutral: Farbstoffe, Aufheller und Reflexe können stören. Die Referenz hilft beim Vergleich und macht eine Kamera nicht automatisch zum Messinstrument.

Fotografieren Sie dasselbe Motiv unter den untersuchten Quellen und notieren Sie Licht, Einstellung, Position und Verarbeitung. Behalten Sie Original und Vergleichsversionen. Prüfen Sie neben Neutralflächen auch Haut, Rot, Blau und wichtige Stoffe. Bleibt ein Textil nach Neutralisierung verschieden, untersuchen Sie die Spektren statt nur den Temperaturregler.

Erst vergleichen, dann korrigieren — Prinzipschema ohne Maßstab oder Messung; Bildschirmfarben sind keine Spektralvorhersagen für reale Materialien.
1. Identisch dargestellte Neutralreferenz · 2. Andere Farben können weiter abweichen · 3. Wiedergabekette vergleichenErst vergleichen, dann korrigieren — Prinzipschema ohne Maßstab oder Messung; Bildschirmfarben sind keine Spektralvorhersagen für reale Materialien.Diagramm vergrößern

Beurteilen Sie die Bilder schließlich in einer konsistenten Wiedergabekette. Profil- oder Bildschirmwechsel können zusätzliche Unterschiede erzeugen. Die Lampe zu korrigieren, um falsch interpretierte Anzeigedaten auszugleichen, löst nicht die ursprüngliche Frage. Aufnahme, Korrektur und Wiedergabe getrennt zu betrachten macht Diagnose und Gestaltung gezielter.

Quellen und weitere Lektüre

  1. NIST — Spectral Reflectance and Transmittance
  2. CIE — International Lighting Vocabulary: metamerism (17-23-006)
  3. CIE — Correlated colour temperature (17-23-068)
  4. U.S. Department of Energy — Understanding LED Color-Tunable Products
  5. Kodak — VISION3 500T 5219/7219: daylight colour-conversion filter
  6. International Color Consortium — Spectral estimation: multiple spectra can map to the same colorimetry
  7. NIST — Color rendering of light sources
  8. Calibrite — ColorChecker White Balance: spectral neutrality and ordinary paper
  9. Messier, Baas, Tafilowski & Varga — Optical Brightening Agents in Photographic Paper, JAIC 44 (2005)

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