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Realer Negativfilm. Seine Bildstruktur wird je nach Verarbeitung und Vergrößerung unterschiedlich deutlich.
Realer Negativfilm. Seine Bildstruktur wird je nach Verarbeitung und Vergrößerung unterschiedlich deutlich.Runner1616 / CC BY-SA 3.0

Im Labor

Warum einen Farbfilter für Schwarzweißfotografie verwenden?

Eine rote Blüte und ihre Blätter können fast denselben Grauwert ergeben. Blauer Himmel kann sich wenig von Wolken trennen. Schwarzweiß übersetzt Farben in Dichten, statt sie vor der Aufnahme einfach zu entfernen. Ein Filter vor dem Objektiv beeinflusst diese Übersetzung durch eine Auswahl des Lichts.

Zum Merken

Filter lassen bestimmte Spektralbereiche stärker durch als andere; der Film besitzt seine eigene Empfindlichkeit. Es gibt weder eine universelle Rotfilterwirkung noch einen Verlängerungsfaktor für alle Produkte. Die Beispiele erklären Prinzipien und sind keine vermessenen Vorhersagen realer Motive.

01

Farbe wird durch eine physische Kette zum Grauwert

Eine Oberfläche reflektiert ein von Material und Beleuchtung abhängiges Spektrum. Der Filter verändert das Licht auf dem Film, dessen spektrale Empfindlichkeit zur Aufzeichnung beiträgt. Sichtbar verschiedene Farben können deshalb ähnliche Dichten ergeben. Ein Farbtonunterschied garantiert keine Trennung auf dem fertigen Schwarzweißabzug.

Der Farbfilter bemalt das Negativ nicht mit seiner Farbe, sondern wählt Licht vor der Aufzeichnung aus. Bei geeignetem Film kann ein Filter mit bevorzugter Rottransmission bestimmte rote Objekte gegenüber blauen relativ aufhellen. Gemeint ist das fertige Bild nach Entwicklung und Umkehr der Negativwerte bei der Wiedergabe.

Farbe wird durch eine physische Kette zum Grauwert — Lehrschema, nicht maßstäblich und keine Produktmessung.
1. Einfallendes Licht · 2. Selektiver Filter · 3. Durchgelassenes Licht; vereinfachtFarbe wird durch eine physische Kette zum Grauwert — Lehrschema, nicht maßstäblich und keine Produktmessung.Diagramm vergrößern

Die Beziehung bleibt relativ: Stoffspektrum, Beleuchtung und Transmissionskurve zählen. Ein rotes Schild und rötliche Haut haben nicht dasselbe Spektrum. Farbnamen helfen bei der Orientierung, beschreiben aber nicht vollständig das wirkliche Licht, das ein Motiv in Richtung der Kamera zurückwirft und der Film später aufzeichnet.

02

Gelb, Orange, Rot und Grün erfüllen verschiedene Absichten

Gelbfilter werden häufig zur besseren Trennung von blauem Himmel und weißen Wolken verwendet und wirken meist zurückhaltender als Rotfilter. Orange kann diese Unterscheidung verstärken. Dramatischer Himmel ist dennoch nicht garantiert: Bedeckung, anderes Licht oder ein anderer Film können das Verhältnis deutlich verändern.

Ein Rotfilter kann bestimmte Unterschiede kräftig hervorheben und rot reflektierende Materialien relativ heller wiedergeben. Grün kann Blattwerk unterscheiden helfen und Hauttöne verändern. Keine dieser Optionen ist ein allgemeiner Kontrastknopf, der unabhängig von Motivfarben und Licht sämtliche Bildteile in identischer Weise beeinflusst.

Gelb, Orange, Rot und Grün erfüllen verschiedene Absichten — Lehrschema, nicht maßstäblich und keine Produktmessung.
1–4. Gelb, Orange, Rot, Grün; Grautöne sind keine ProduktvorhersageGelb, Orange, Rot und Grün erfüllen verschiedene Absichten — Lehrschema, nicht maßstäblich und keine Produktmessung.Diagramm vergrößern

Überlegen Sie vor einem Porträt, welche Materialunterschiede erhalten bleiben sollen. Ein für Wolken geschätzter Effekt kann für Lippen oder Kleidung weniger geeignet sein. Wählen Sie nach den Farbverhältnissen des Motivs, statt anzunehmen, dass der stärkste Filter automatisch die beste oder interessanteste fotografische Lösung ist.

03

Nicht jeder Schwarzweißfilm sieht dasselbe Spektrum

Panchromatischer Film reagiert auf weite Teile des sichtbaren Spektrums, aber nicht unbedingt gleichmäßig. Ein orthochromatisches Material wie ORTHO PLUS reagiert anders auf Rot. Für einen sinnvollen Ausgangspunkt ist daher die Kombination von Filter und Film aussagekräftiger als die Bezeichnung des Filters allein.

Ein sehr tiefer Rotfilter vor einem Material ohne nutzbare Empfindlichkeit für dieses Licht kann wenig verwertbare Information übriglassen. Eine Anleitung für panchromatischen Film lässt sich nicht automatisch auf orthochromatische Emulsion übertragen. Lesen Sie die spektralen Daten und die Empfehlungen des genau eingesetzten Produkts.

Nicht jeder Schwarzweißfilm sieht dasselbe Spektrum — Lehrschema, nicht maßstäblich und keine Produktmessung.
1. Erweiterte Antwort · 2. Andere Rotempfindlichkeit; ungemessene KonzeptkurvenNicht jeder Schwarzweißfilm sieht dasselbe Spektrum — Lehrschema, nicht maßstäblich und keine Produktmessung.Diagramm vergrößern

SFX 200 besitzt eine ins Rote erweiterte Empfindlichkeit und kann mit passender Filterung eine besondere Wiedergabe erzeugen. Ein dunkler Filter macht jedoch nicht jeden gewöhnlichen Film zum Infrarotfilm. Unterscheiden Sie dokumentiertes Materialverhalten und einen kreativen Eindruck, der lediglich manchen sichtbaren Eigenschaften ähnelt.

04

Filter kosten Licht: Messen und prüfen

Ein Filterfaktor beschreibt eine Belichtungsverlängerung unter bestimmten Bedingungen. Faktor zwei entspricht einer Stufe, Faktor vier zwei Stufen. Daraus folgt nicht der tatsächliche Faktor jedes gelben oder roten Filters. Ausgangspunkt müssen die Unterlagen für das konkrete Produkt und die verwendeten Bedingungen sein.

Die Messung durch das Objektiv kann die Abschwächung berücksichtigen, hat aber nicht zwingend dieselbe spektrale Empfindlichkeit wie der Film. Bei Orange oder tiefem Rot können Anzeigen unpassend sein. ILFORD weist in Datenblättern auf solche Grenzen hin und empfiehlt Versuche; TTL ist nicht automatisch unfehlbar.

Filter kosten Licht: Messen und prüfen — Lehrschema, nicht maßstäblich und keine Produktmessung.
1. Faktor zwei = eine Stufe · 2. Faktor vier = zwei Stufen; keine universellen FarbfaktorenFilter kosten Licht: Messen und prüfen — Lehrschema, nicht maßstäblich und keine Produktmessung.Diagramm vergrößern

Notieren Sie Film, Filter, Licht und verwendete Korrektur. Führt der Filter zu langen Zeiten, prüfen Sie auch die Reziprozität. Berücksichtigen Sie zuerst die Filterung in der Messzeit und korrigieren Sie danach diese Dauer nach Herstellerangabe. Der Beitrag über Langzeitbelichtung erklärt die Reihenfolge.

05

Ein Trennungsversuch statt vorgetäuschter Simulation

Fotografieren Sie rote, grüne und blaue Gegenstände unterschiedlicher Materialien mit einer hellen und dunklen Referenzfläche. Halten Sie Beleuchtung und Ausschnitt konstant. Vergleichen Sie eine ungefilterte mit korrekt belichteten gefilterten Aufnahmen und bitten Sie um einheitliche Wiedergabe, damit Scan-Automatik nicht den Vergleich verfälscht.

Beobachten Sie, welche Flächen sich in den Grauwerten trennen oder annähern. Die Schaubilder erklären das Prinzip und sagen keinen realen Himmel oder Hautton voraus. Materialbezeichnungen und Beleuchtung gehören zur Dokumentation, denn gerade diesen physischen Zusammenhang kann ein einfacher Bildschirmfarbkeil nicht vollständig repräsentieren.

Ein Trennungsversuch statt vorgetäuschter Simulation — Lehrschema, nicht maßstäblich und keine Produktmessung.
1. Farbige Objekte · 2–3. Unterschiedliche Grautrennung; KonzeptbeispielEin Trennungsversuch statt vorgetäuschter Simulation — Lehrschema, nicht maßstäblich und keine Produktmessung.Diagramm vergrößern

Ein Schwarzweiß-Kanalmischer interpretiert eine Farbdatei neu, rekonstruiert aber nicht sämtliche ursprünglichen Spektren. Nach der Reduktion auf einen Graukanal fehlen die Farben für eine solche Berechnung. Kolorshift-Looks sind digitale Bearbeitungen und von einer optischen Filterung vor der physischen Filmbelichtung zu unterscheiden.

Quellen und weitere Lektüre

  1. ILFORD Photo — Using colour filters for black and white photography
  2. ILFORD Photo — ORTHO PLUS 35 mm, spectral response
  3. ILFORD Photo — SFX 200, technical information
  4. ILFORD Photo — FP4 PLUS, filter factors and metering
  5. MIT — Cameras as Linear Systems, spectral integration

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